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Tipps rund um Reise und Co.

Die Branche setzt nicht nur auf “Sterne”, von “Design” bis “Wellness”
Kleine Hotelkunde: Wenn Sterne allein nicht mehr ausreichen  Mit allerlei Zusatznamen versuchen Hotelbetreiber ihr Haus an den richtigen Kunden zu bringen.
Von Rainer Krause

 

Sterne reichen den Hoteliers längst nicht mehr aus, um ihr Haus ins rechte Licht zu rücken. Sie garnieren den Hotelnamen mit zahllosen Zusätzen von Design über Vital bis zu Genießer. Was steckt hinter den Zusatztiteln und wer ist dort gut aufgehoben?

Jung, trendbewusst, gut verdienend und kinderlos sind die Gäste von Design-Hotels. Die von bekannten Innenarchitekten, Designern und Künstlern durchgestylten Häuser boomen derzeit nicht nur in den Städten. Auch in zahlreichen Ferienorten am Meer und in den Bergen gibt es inzwischen die hippen Edeladressen.

Wer weniger kühles Weiß in den Räumen und weniger Purismus bei der Einrichtung bevorzugt, der wählt ein Boutique-Hotel. Das sind kleine Häuser, für die oft so ungewöhnliche Gebäude wie ehemalige Gasspeicher und Lagerhallen, aber auch historische Stadthäuser umgebaut wurden. Allerdings sollte man genau hinsehen. Denn inzwischen hängt sich das "Boutique" gerne jedes Hotel mit einigermaßen modischen Ambiente an den Namen dran. 

Gesetzter sind die Gäste von Charme-, Romantik- und Flairhotels, dabei aber nicht unvermögend. Die persönlich geführten Häuser setzen auf hohen Komfort, von der Hoteliersfamilie liebevoll gestaltete Räume und persönliche Betreuung. Flair hat oft auch die Lage in einer romantischen Altstadt, an einem stillen Seeufer oder aussichtsreich im Weinberg. 

Geborgen fühlen sollen sich auch die Gäste eines Village. Diese Hotels im Dorfstil sind ein Trend in den Alpen. Rund um einen zentralen Hotelbereich gruppieren sich Einzelhäuser im Stil von Bergbauernhöfen. Die Wohnungen darin sind aber nicht rustikal, sondern im modernen alpenländischen Design. Privatheit in der Wohnung paart sich so mit Hotelkomfort vom Restaurant bis zum Wellnessbereich. Solch ein Ambiente darf man von Ferienparks, Feriendörfern und Hotels im Dorfstil an den Stränden von Mallorca, Kanaren und der Türkei nicht erwarten. Sie erfüllen das "Dorf" meist nur durch die niedrige Bauart der Gebäude.

Führt ein Hotel Parc oder Park im Namen, kann der Gast großzügige Gartenanlagen mit parkähnlichem Charakter erwarten. Ein Gartenhotel verweist ebenfalls auf seine üppig bepflanzten Freiflächen, die aber kleiner sind als beim Park-Hotel.

Im Familienhotel hat man nichts gegen Kinder, bietet ihnen Spielzimmer und oft auch Aktivprogramme. Der Hotelier hat sich aber nicht so eindeutig festgelegt wie bei einem Kinderhotel. Dort steht das Wohl der kleinen Gäste im Vordergrund mit Ganztagesbetreuung in riesigen Kinderlebisländern, speziellen Menüs und Serviceangeboten vom Babyphon über Babysitter bis zum separaten Kinderrestaurant.

Familien mit Kindern sind dagegen in Hotels mit dem Zusatz Wohlfühlhotel die Ausnahme. Damit verweist der Hotelier auf seine gute Küche und die persönliche Betreuung. Ähnliches gilt für ein Genießerhotel. Beide bieten oft auch kleine Wellnessbereiche. Wer noch mehr Wert auf exzellente Küche legt, der quartiert sich in einem Gourmethotel ein, dessen Restaurant meist von den gängigen Führern mit Hauben und Sternen ausgezeichnet wurde. Die Gäste sind in allen drei Hoteltypen gutsituierte Paare.

Ganz und gar nichts mit Kinder zu tun haben wollen Hotels für "adults only", nur für Erwachsene – dem neuen Trend in der Ferienhotellerie. Das hat grundsätzlich nichts mit Schlüpfrigkeiten zu tun – auch wenn es Häuser mit solcher Ausrichtung gibt. Die Idee von kinderfreien Hotels schwappte mit Verzögerung aus der Karibik nach Europa. Dort sind Ferienresorts wie Sandals, die ihren Gästen romantische Tage zu zweit versprechen, seit langem gut gefragt. Andere Hotelgruppen machen das nicht so offensichtlich: Sie regeln das über den Preis, bieten keine Kinderermäßigungen, keine Einrichtungen für Kinder und weisen auf Altersbeschränkungen für den Zugang zu Wellnesseinrichtungen.

Spa, Therme, Vital, Aktiv, Well & Fit sowie Wellness  zielen auf den gesundheitsbewussten Gast, der sich wieder fit für den Alltag machen will. Spa leitet sich vom belgischen Kurort Spa ab. Daher setzen diese Hotels Schwerpunkte bei medizinischen Bädern, Reha-Anwendungen sowie Fitness- und Ernährungsprogrammen zusätzlich zu Wellness- und Beautyangeboten. Das gilt auch für das Thermenhotel, nur werden dort Schwimmbecken und Bäder mit Thermalwasser gespeist. Bei Vital, Aktiv sowie Well & Fit steht der sportliche Aspekt mit medizinischer Betreuung im Vordergrund. Der Gast soll wieder Fitness aufbauen. Unterstütz wird das durch "gesundes" Essen mit wenig schädlichen Fetten und viel Gemüse. Die genussvollste Variante sind Wellnesshotels. Der Körper wird dort durch exotische Massagen, fantasievolle Saunen und entspannende Bäder verwöhnt, der Gaumen durch gute Küche. 

Wenig am Hut mit Wellness hat ein Sporthotel. Dort steigen aktive Gäste ab, die sich meist den ganzen Tag über im Freien aufhalten. Weitläufige Wellnessbereiche gibt es dort in der Regel nicht, Schwimmbad und Sauna reichen aus. Varianten davon sind Golfhotels und Tennishotels. Nur bieten sie eigene Sportanlagen.

Eine Lodge (ursprünglich englisch für Hütte) ist ein Berghotel im rustikalen Stil, das oft mitten in der Natur liegt. Es gibt inzwischen auch designte Edel-Lodges, deren einziger rustikaler Touch das naturbelassene Holz der Fassade ist. Ein Resort kann auch in den Bergen stehen, meistens aber am Meer. Es ist ganz einfach das englische Wort für Ferienhotel.

Budget bezeichnet Hotels mit günstigen Preisen. Das sind inzwischen keine nüchternen Selbstbedienungshotels mehr, die mochten die Gäste nicht. Die erfolgreichen Ketten setzen auf geschmackvolles, modernes Design. Noch ein paar Euro weniger als Budgethotels verlangen Hostels. Dafür bekommt man aber oft kein Zimmer, sondern nur einen Platz zum Übernachten im Mehrbettzimmer mit Etagendusche.

 


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